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17. Dezember 2003
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Ein Interview mit Luca D´Alisera geführt von Jayson Sutcliffe am Rande der WM in Argentinien Beim Deutschlandpokal 1995 zog ein junger Rollkunstläufer die Aufmerksamkeit aller auf sich: Luca D´Alisera. Es war schon damals offensichtlich, dass er der nächste aus Italien kommende Weltmeister sein würde – und genau das wurde er auch mit seinem spektakulären Stil auf überzeugende Weise im Jahr1997. Auch sein Auftritt im folgenden Jahr war ein Triumph und seine Fangemeinde wuchs und wuchs. 1999 war Luca in aller Munde und die Erwartung, ihn laufen zu sehen, war atemberaubend. Lucas Vorträge an der Goldküste waren unvergesslich. Seine Technik war noch stärker geworden, und wir sahen ihn bei der Weltmeisterschaft erstmalig den dreifachen Rittberger springen. Es war nicht ungewöhnlich, in seinen Wertungen die 10.0 zu sehen – und die Note war verdient. Bei der Weltmeisterschaft 2001 in Florenz fieberten die Fans seinem Auftritt entgegen – Luca hatte nahezu den Status eines Popstars erreicht. 2002 schrieb Luca Rollkunstlaufgeschichte: Als erster Läufer gelang ihm ein perfekter Dreifach-Axel in einem Wettbewerb. In diesem Jahr gelang Luca mit seinem herausragenden Trainer Gabriele Quirini erneut die Rückkehr an die Weltspitze – Luca wurde wieder Weltmeister. JS: Wie hat das Rollkunstlaufen dein Leben verändert? LDA: Mein Leben begann eigentlich erst, als ich mit dem Rollschuhlaufen anfing – und es hat sich seither kaum verändert. Als ich jünger war, viel jünger, sah ich meine Cousins in einer Show laufen und so begann ich mich für das Kunstlaufen zu interessieren und begann selbst mit dem Sport. JS: Wie sieht ein typischer Tag im Leben von Luca aus? LDA: Normalerweise stehe ich zwischen 8 Uhr 30 oder 9 Uhr auf und gehe in die Sporthalle zum Training. Ich trainiere jeden Tag die Beinmuskeln mit Gewichten, gehe auf das Trimmrad und aufs Laufband. JS: Machst du spezielles Training für deinen Rücken? LDA: Nein, kein Rückentraining. Nachmittags trainiere ich dann anderthalb Stunden auf Rollschuhen. JS: Hast du jemals daran gedacht, aufs Eis zu wechseln? Vor einigen Jahren gab es da Gerüchte… LDA: Nein, eigentlich nicht. Ich laufe nur so zum Spaß Schlittschuh. Ich liebe den Kunstlauf auf Rollen viel zu sehr. JS: Wenn man den Status von Eiskunstläufern betrachtet, hast du dann das Gefühl, dass du im Vergleich zu diesen zu wenig Ruhm und Vermögen erlangt hast, einfach weil du auf Rollen läufst? LDA: Nein, ich sehe das nicht so - und das Geld ist nicht wichtig. I laufe, weil ich den Sport liebe und nicht für Geld. (Anmerkung von JS: Ich persönlich glaube, dass es eine Schande ist, das Rollkunstläufer nicht das gleiche Ansehen genießen wie Eiskunstläufer (das ist nicht deren Schuld). Wäre es anders, würde jeder auf der Welt wissen, wer Luca ist!) JS: Deine Interpretation der Musik ist unbeschreiblich. Wie viel Zeit wendest du für die Choreografie auf im Vergleich zur Arbeit an den technischen Elementen? LDA: Ehrlich gesagt, nicht viel. Die Choreografie meiner Kurzkür war erst zehn Tage vor der Weltmeisterschaft in Argentinien fertig! JS: Welches ist für dich der wichtigste Höhepunkt deiner Karriere? LDA: Hmm, nicht der Sieg bei der WM, sondern als ich das erste Mal den Dreifach-Axel bei einem Wettbewerb gestanden habe. JS: Wann war das genau? LDA: Das war bei einem regionalen Wettbewerb 2002 vor der italienischen Meisterschaft. JS: Von allen Weltmeisterschaften, an denen du teilgenommen hast, welche hat dir am besten gefallen? LDA: Auf alle Fälle meine erste 1997 in Reus in Spanien. Ich war jung und machte mir noch nicht viele Sorgen über den Wettbewerb. Ich war sehr entspannt und es gab viel weniger Druck und Erwartungen. JS: Luka, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich weiß, es ist sehr schwierig sich während einer WM hinzusetzen und zu konzentrieren. Aber es ist für die Fans. Und davon hast du viele. Ich habe wirklich hunderte von Anfragen bekommen, die gern online etwas von dir lesen möchten. Die Leute lieben dich. Vielen Dank und viel Glück. Das Original-Interview (englisch) mit weiteren Infos über und Fotos von Luca D´Alisera finden Sie auf der Website www.jaysonsutcliffe.com. Alle Rechte an dem Interview liegen bei Jayson Sutcliffe, die Rechte für die deutsche Übersetzung bei Dr. Rainer Kayser. Übersetzt und veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Jayson Sutcliffe. |
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